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2019-11-20 06:11:40 (zuletzt aktualisiert)
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DER SPIEGEL v. 16.11.11:

St. Petersburg im Winter: Stadt mit Schneehaube

Zuckerguss auf Zwiebeltürmen, Glitzerschnee im Rampenlicht: Im Winter zeigt sich St. Petersburg von seiner zauberhaftesten Seite. Wen die klirrende Kälte schaudern lässt, der flieht in Museen - hartgesottene Einheimische dagegen springen ins Eiswasser.

St. Petersburg - Das Thermometer zeigt minus 15 Grad, doch das hält uns nicht ab. Dick eingepackt stapfen wir immer weiter durch den tiefen Schnee, dicke Flocken wirbeln durch die Luft. Nein, das hier ist nicht die Arktis, nur die nördlichste Millionenstadt der Welt: St. Petersburg. Trotz der Kälte lohnt ein Besuch im Winter. Die Innenstadt mit ihren prächtigen und üppig verzierten Bauten, seit 1990 Unesco-Weltkulturerbe, wirkt dann besonders bezaubernd.

Der Schnee glitzert. Der breite Fluss Newa mitsamt aller Nebenarme ist zugefroren. Die Häuser sind von einer Schneeschicht bedeckt, die an dicken Zuckerguss erinnert und in der Dämmerung angestrahlt wird.

Schön am winterlichen St. Petersburg ist auch, dass es nicht so überlaufen ist wie im Sommer, wenn Tausende Touristen sich durch die Straßen drücken. Lange Anstehen vor den Sehenswürdigkeiten ist die Ausnahme, und selbst im Katharinenpalast vor den Toren der Stadt kann es passieren, dass man zumindest für einen Moment ohne andere Besucher im sagenumwobenen Bernsteinzimmer steht.

Fremdenführer Sergej Martschukov beginnt seine Tour aber erst einmal an der Peter-Paul-Festung, dem Geburtsort der Stadt. Lange Zeit war die Region wegen ihrer strategisch wichtigen Lage an der Ostseemündung heftig umkämpft und musste vor allem gegen die Schweden verteidigt werden. Doch dann trieb Zar Peter der Große sie endgültig aus dem Land. Um die Stelle zu sichern, ließ er ab 1703 die Peter-Paul-Festung errichten.

‘‘Damals war hier nur Sumpf‘‘, erzählt Sergej, der jahrelang in Cottbus studierte und seit seiner Rückkehr vor allem deutsche Touristen durch seine Heimatstadt führt. Doch das änderte sich schnell. ‘‘Peter der Große und seine Nachfolger wollten mit St. Petersburg unbedingt die schönste Stadt des Landes schaffen.‘‘

Süppchen für den Kälteschock

Auch wenn sich der Besucher manchmal wie in einem riesigen Freiluft-Museum fühlt, ist St. Petersburg eine sehr lebendige Stadt, auch im Winter. Besonders schnell schlägt das Herz sicher bei den sogenannten Walrössern, jenen St. Petersburgern, die sich ein Loch in die zugefrorene Newa hacken und ins eiskalte Wasser springen. Sergej führt zu der bekanntesten Stelle, die etwas versteckt am Rand der Peter-Paul-Festung liegt.

Nach so einem Kälteschock gibt es eine Reihe sanfter Methoden, sich im winterlichen St. Petersburg aufzuwärmen. Im ‘‘Café Singer‘‘ etwa kann man bei einem heißen Tee und einem Stück Kuchen das Treiben auf dem Prachtboulevard Newskij Prospekt beobachten. Oder man bestellt sich eine Suppe, die traditionelle Borschtsch oder Soljanka. Auf den Speisekarten der zahlreichen Restaurants finden sich Spezialitäten ehemaliger UdSSR-Staaten wie Armenien oder der Ukraine.

Eine andere Möglichkeit, der Kälte für mehrere Stunden zu entgehen, ist ein Besuch der Eremitage, eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Auch hier zeigt sich der überbordende Petersburger Pomp: Mit knapp drei Millionen Exponaten ist die Sammlung der Eremitage größer als die des Pariser Louvre. Ausgestellt sind aber nur rund 65.000 Stücke. Der Rest lagert im Keller.

Es ist aber nicht nur die Masse von Kunstwerken, die in der Eremitage beeindruckt. Sicher, an den Wänden hängen viele Monets, Renoirs, Gauguins und jeweils über 30 Bilder von Matisse und Picasso. Doch es sind allein schon die Räume der Eremitage, die einen Besuch und einen genauen Blick wert sind. Das Museum ist ein Konglomerat von fünf Gebäuden, die wie der Winterpalast nicht nur von außen wie Schlösser aussehen.

Spannend sind auch einige der Kirchen, zum Beispiel die Kasaner Kathedrale. Zar Peter I. wollte, dass die Kirche dem Petersdom in Rom gleicht, und so wurden gewaltige Kolonnaden und eine enorme Kuppel gebaut. Im Inneren stehen die Gläubigen geduldig Schlange, um der wichtigsten Ikone der Kirche nahe zu kommen. Sind sie dann endlich an der Reihe, bekreuzigen sie sich, beten und küssen die Ikone.

Weiße Dächer, prachtvolle U-Bahnhöfe, Transsibirische Eisenbahn

Von der Isaakskathedrale, der größten der Stadt, haben wir von der Aussichtsplattform einen wunderschönen Blick über die verschneiten Dächer. Etwas Gutes hat der steile Aufstieg: Nach mehr als 250 Treppenstufen ist einem wieder angenehm warm.

Die goldenen Türme der St.-Nikolaus-Kathedrale sind schon aus der Ferne zu sehen, ihr hellblau-weißer Bau strahlt durch die schneebedeckten Bäume des umliegenden Parks. ‘‘Die Kathedrale war eine der wenigen Kirchen, die während der Sowjetzeit durchgängig geöffnet waren‘‘, erzählt Sergej.

Die meisten Gotteshäuser durften nämlich nicht als Kirchen genutzt werden. Die Blutskirche etwa, die in Andenken an Zar Alexander II. an der Stelle erbaut wurde, wo er von Revolutionären getötet worden war. Mit ihren verzierten, verspielt wirkenden runden Türmen gilt sie als russischste aller Petersburger Kirchen. Das hielt die Sowjets nicht davon ab, sie als Lagerraum für Theaterdekorationen zu nutzen. Heute ist in der Kirche ein Museum untergebracht.

Vielen anderen der einst rund 500 Kirchen erging es im einstigen Leningrad noch schlechter - sie wurden zerstört. Am Wosstanija-Platz befindet sich dort, wo einst ein Sakralbau stand, ein U-Bahnhof. Ein kirchenähnliches Gebäude dient als Eingang zu einer U-Bahnlinie, mit der man im Winter geschützt vor der Kälte gut eine Stunde lang durch den Petersburger Untergrund fahren kann. Da die Stadt auf einem Sumpfgebiet errichtet wurde, liegt die U-Bahn besonders tief, unter dem Sumpf.

Rolltreppen, die so lang sind, dass wir oben das untere Ende nicht sehen, führen gemächlich in die Tiefe. ‘‘Als die ersten Bahnhöfe in den fünfziger Jahren gebaut wurden, wollte man dem Westen zeigen: ‘Schaut, selbst unsere U-Bahnen sind prachtvoller als alles, was ihr habt‘‘‘, sagt Fremdenführer Sergej. Das wollen wir sehen.

Wir kaufen einen Einzelfahrausweis, steigen an jeder Station entlang der roten Linie bis Awtowo aus, laufen durch die Bahnhöfe - und sind beeindruckt: Marmor, Kronleuchter, Mosaike und Statuen schmücken die unterirdischen Paläste fürs Volk. Und wärmer als draußen ist es hier allemal.

=Ende DER SPIEGEL=

Transsibirische Eisenbahn Bahnreisen nach China, in die Mongolei, nach Nordkorea und in die Diamantenstaedte in Nordostsibirien (Tommot).

Alle Infos, Details, Wagenklassen und Fotos hierzu auf unserer Website.

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TRANSSIB REISEN GmbH
Volkhovsky per.4 ap. 22 H
199004 St. Petersburg
Russische Foederation

Tel. + 7 90959 1010-1
Tel. + 7 90958 21716

www.transsibirischeeisenbahn.me

Standort: St.Petersburg
Telefon: 79095910101
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